Verwaltungsplattform mit KI-Copilot
Aktienregister, Generalversammlungen und intelligente Suche in kantonalen Steuerquellen, mit einer Anforderung, die alles bestimmt hat: null Halluzinationen im Schweizer Steuerrecht.
Kontext
Steuerrechtskanzleien und Treuhandbüros verbringen erhebliche Zeit mit zwei Aufgaben: das juristische Leben der Gesellschaften ihrer Kundschaft zu verwalten, und die anwendbare Regel in sechsundzwanzig kantonalen Steuerordnungen zu finden, die nicht dasselbe sagen.
Das erste Problem ist eines der Verwaltungssoftware. Das zweite sieht nach einem KI-Anwendungsfall aus, sofern man eine Anforderung akzeptiert, die die meisten Demonstrationen umgehen.
Rahmenbedingungen
Eine falsche Antwort im Steuerrecht kostet keine schlechte Nutzererfahrung, sondern eine Nachbesteuerung. Das System musste deshalb «ich weiss es nicht» antworten können, statt eine plausible Antwort zu erzeugen, und jede Aussage mit ihrer Quelle belegen.
Dazu kam das Berufsgeheimnis. Die bearbeiteten Dossiers enthalten Daten, die niemand an eine amerikanische Programmierschnittstelle senden will, unabhängig von den ausgewiesenen Nutzungsbedingungen des Anbieters.
Lösung
Eine Webplattform, die die Verwaltung abdeckt: Aktienregister, Einberufung und Durchführung von Generalversammlungen, Betreuung der Gesellschaftsportfolios, durchgängig von Anfang bis Ende.
Darüber ein Recherche-Copilot, gestützt auf die kantonalen Steuerquellen. Jede Antwort verweist auf den Text, aus dem sie stammt, mit Fundstelle, und lässt sich öffnen. Eine Antwort ohne Quelle wird nicht angezeigt.
Architektur
Der Copilot beruht auf Retrieval-Augmented Generation. Die Steuerkorpora werden zerlegt, indexiert und im Moment der Frage abgefragt; das Modell arbeitet nur auf den ihm übergebenen Auszügen und nicht auf dem, was es im Training gespeichert hat. Genau diese Einschränkung macht die Quellenangabe möglich und die Halluzination schwierig.
Die Abfolge von Recherche, Filterung und Formulierung wird mit LangGraph orchestriert, was den Gedankengang Schritt für Schritt nachvollziehbar macht, statt ihn hinzunehmen. Das Ganze läuft auf souveräner Infrastruktur: Die Dossiers verlassen den vom Kunden kontrollierten Bereich nicht.
Die Dimensionierung erfolgte anhand eines gemeinsam mit den Juristinnen und Juristen erstellten fachlichen Evaluationsdatensatzes: echte Fragen, erwartete Antworten und ein ausdrückliches Abnahmekriterium für den Anteil nicht belegter Antworten.
Fazit
Die Plattform ist im Einsatz und deckt den vollständigen Verwaltungszyklus der Gesellschaften ab. Der Copilot antwortet mit Quellen und schweigt, wenn der Korpus keinen Schluss zulässt. Genau das war das Ziel.
Die Architektur ist übertragbar: Dasselbe Schema gilt für jeden regulierten Dokumentenbestand, in dem eine nicht überprüfbare Antwort unbrauchbar ist.
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